Von einer Wurt zur anderen: archäologische Ausgrabungen in Iggewarden

Auch diesen Sommer hat das NIhK im Rahmen des Projekts „Wurten und Strandwälle im nördlichen Butjadingen“ wieder archäologische Ausgrabungen im Umfeld ausgewählter butjenter Wurten durchgeführt. Ziel des Projekts ist es, die Mensch-Umwelt-Interaktionen zur Zeit der frühen Marschenbesiedlung zu ergründen. Die diesjährigen siebenwöchigen Feldarbeiten fanden dabei zwischen zwei eng beieinanderliegenden, rund 2000 Jahre alten Wurten in Iggewarden statt.

Das Grabungsteam, bestehend aus acht Studierenden der Universitäten Groningen, Rostock und Hamburg, dem Grabungsleiter Thorsten Becker , dem renommierten niederländischen Wurtenforscher Dr. Johan Nicolay und dem Grabungstechniker Jens Lühmann, untersuchte daher eine 94 m lange und 2 m breite, zwischen den Wurten gelegene Fläche von einem Wurtenrand zum anderen. Dabei stieß das Team auf einen verlandeten, mehr als 20 m breiten Priel und eine komplexe Befundstratigraphie aus dutzenden Gräben, Gruben, Sodenpackungen und Mistschichten. Dies zeigt, dass sich die Nutzung nicht auf die Wurt selbst beschränkte, sondern auch das nähere Umfeld mit einbezog. Neben großen Mengen Tierknochen und Keramik, fanden sich auch Schlacken als Spuren einer örtlichen Metallverarbeitung und römische Importe, darunter eine Münze und das Fragment eines Glasgefäßes. Ein zeitlicher Schwerpunkt der Besiedlung liegt nach ersten Erkenntnissen in der jüngeren Römischen Kaiserzeit.