In den vergangenen 12000 Jahren hat sich der Lebensraum Küste an der Nordsee, aber auch an der Ostsee und im Bereich der in das Meer entwässernden Flussniederungen, immer wieder so stark verändert, dass gewaltige Unterschiede zwischen dem uns heute geläufigen Landschaftsbild und jenen Räumen bestehen, in denen unsere Vorfahren lebten.

Insbesondere klimatische Veränderungen und der Anstieg des Meeresspiegels, aber auch menschliche Aktivitäten wie Abholzungen, Trockenlegungen von Feuchtgebieten und Mooren und nicht zuletzt der Deichbau, haben eine Kulturlandschaft geschaffen, in der die Relikte des Lebens vergangener Epochen überwiegend im Boden verborgen sind. Mit den Methoden moderner Siedlungs- und Landschaftsforschung können diese untersucht und die Entwicklung bis hin zur heutigen Kulturlandschaft rekonstruiert werden.

Vor diesem Hintergrund steht die Rekonstruktion der Lebens- und Umweltbedingungen, die das gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben der jeweiligen Gemeinschaften in den unterschiedlichen Zeitabschnitten geprägt haben, im Mittelpunkt der Forschung des NIhK. Dabei bringt das NIhK ein breites Methodenbündel zur Anwendung, das gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern in anderen Forschungseinrichtungen, Museen und Universitäten ständig weiterentwickelt wird.

Gegenwärtig konzentrieren sich die Forschungen des Instituts auf folgende drei thematischen Schwerpunkte: „Nach dem Eis – Besiedlung und Landnutzung im urgeschichtlichen Norddeutschland“, „Frühe Netzwerke – Kommunikation und Austausch im 1. und 2. Jahrtausend“ sowie „Zwischen Flucht und Anpassung – Historische Klimaveränderungen und ihre Folgen“. Die Mehrzahl der Forschungsprojekte beschäftigt sich mit unterschiedlichen Fragestellungen innerhalb dieser Themenfelder.