Der Stackdeich bei Jarßum, Stadt Emden, Niedersachsen

Deiche, die zum Schutz vor Erosion in ihrem seewärtigen Fußbereich mit Holzvorbauten – dem „Stackwerk“ – befestigt wurden, werden „Stackdeiche“ genannt. Dieser Deichtyp wurde im 16. Jahrhundert an der deutschen Nordseeküste eingeführt und war dort während des 17. und frühen 18. Jahrhunderts verbreitet. Bei Jarßum, Stadt Emden, wurden 2012 die Reste eines solchen historischen Deichs entdeckt und partiell freigelegt. Anlass war der Abbau von Klei zur Verstärkung des modernen Seedeichs. Grundeigentümer war die Wasser- und Schiffahrtsverwaltung des Bundes – Wasser- und Schiffahrtsamt Emden (WSA). Bauherr war der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Betriebsstelle Aurich. Der aufgedeckte Deich wurde vom NIhK gemeinsam mit der Ostfriesischen Landschaft wissenschaftlich untersucht. Die bodenkundlichen Fragestellungen bearbeitete Annette Siegmüller, die historisch-geographischen Forschungen führte Johannes Ey durch und Steffen Wolters bestimmte die Holzarten des Stackwerks. Die Auswertung der archäologischen Befunde erfolgte durch Dr. Sonja König, Archäologischer Dienst der Ostfriesischen Landschaft. Die dendrochronologische Datierung der Holzproben durch das dänische Fachlabor dendro.dk (Aoife Daly, Ph.D.) ergab für das Fällen der Baumstämme einen Zeitraum zwischen der 2. Hälfte des 16. und der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die hauptsächlich verwendete Holzart war Kiefer. Die folgenden Institutionen förderten das Vorhaben finanziell und teilweise auch durch Sachleistungen: das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, das NLWKN Aurich, das WSA Emden, die Stadt Emden, die Deichacht Krummhoern und die Moormerländer Deichacht sowie die Baufirma G. Herfeld, Rechtsupweg. Das NIhK stellte Personal, die Ostfriesische Landschaft Personal und Sachleistungen zur Verfügung.

Literatur

  • Sonja König, Johannes Ey, Annette Siegmüller und Steffen Wolters, 2015: Der Stackdeich bei Jarßum, Stadt Emden. Siedlungs- und Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet 38, 313-351.