Die Bernuthsfelder Tunika ins Textillabor des NIhK überführt

Wie bereits berichtet wurde, ist der detaillierten Erforschung der vollständig erhaltenen Kleidung des um 700 n. Chr. im Moor von Hogehahn bei Tannenhausen (heute Stadt Aurich) beigesetzten, so genannten Mannes von Bernuthsfeld ein interdisziplinäres Forschungsprojekt gewidmet. Nachdem in den vergangenen Wochen vor allem die Rekonstruktion der vielseitigen Fundgeschichte im Fokus der Untersuchungen stand, gilt es nun die Textilien selbst detailliert zu untersuchen und umfassend zu dokumentieren. Dabei soll u.a. ermittelt werden, welche Wollqualitäten für die Kleidung des Mannes verwendet wurden, woher die Wolle stammte, ob die verarbeiteten Vliese eingefärbt waren und in welchen Schritten die Herstellung der einzelnen Kleidungstücke erfolgt ist. Da das NIhK nicht nur über eine spezielle für die Untersuchungen erforderliche technische Ausstattung verfügt, sondern auch mehrere ausgewiesene Textilexpertinnen zu seinem Team zählen kann, wurde in enger Abstimmung mit dem Ostfriesischen Landesmuseum Emden und der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländischer Altertümer seit 1820 (1820dieKUNST) entschieden, die einzelnen Bestandteile der Kleidung des Bestatteten nach und nach von Emden nach Wilhelmshaven zu überführen. Den Anfang hat nun die weit über die Grenzen Norddeutschlands hinaus bekannte Tunika gemacht. Für ihre sichere Reise fertigten Kai Abrahams und Dirk Dallaserra am NIhK eine stabile und speziell ausgestattete Transportkiste an. Nun kann es also losgehen…