Findlingsquader-Kirchen an der Küste - Zeugen der letzten Eiszeitalter

Man vermutet es nicht sofort, aber nicht nur die Findlinge, die in der Landschaft der Ostfriesisch-Oldenburgischen Region zu sehen sind, sondern auch die Kirchen erzählen von der Landschaftsgeschichte. Während der Großteil der Kirchen in der Marsch aus Backsteinen gebaut wurde, bestehen die Wände der Geest-Kirchen aus großen Gesteinsquadern. Diese sind meist aus Graniten gehauen worden, aber auch aus anderen Gesteinen wie z. B. Gneisen (metamorphen Gesteinen).

Es stellt sich die Frage, woher die Steine stammen, die zu einem Meter großen Quadern der Kirchenmauern verarbeitet wurden. Wurden Sie extra zum Bau der Kirchen mit Schiffen auf den Flüssen von Süden her an die Küste transportiert oder vielleicht auch von Norden her über die Nordsee? Sind sie weite Strecken über Land auf Holzbohlen gerollt worden? Oder hat man Baumaterial bevorzugt, das in unmittelbarer Nähe verfügbar war?Bei näherer Betrachtung der in den Kirchen verbauten Steinquader stellt sich heraus, dass sie eine völlige Übereinstimmung der Zusammensetzung mit den Findlingen der umliegenden Geest zeigen. Es handelt sich also um Geschiebe, die mit den Gletschern der Saale- und Elster-Eiszeit von Skandinavien nach Norddeutschland transportiert und dort abgelagert worden sind. Wenn charakteristische Geschiebe zudem häufig anzutreffen und leicht identifizierbar sind, werden sie als Leitgeschiebe bezeichnet. So ist für einige Quader der Kirchen das genaue Ursprungsgebiet in Skandinavien rekonstruierbar.

Für drei Kirchen der Region bestehen bereits Faltblätter mit Kartierungen der Kirchenwände. Besonders auffällige und schöne Gesteinsquader wurden gesondert beschrieben. Die Faltblätter liegen in den jeweiligen Kirchen/Kirchengemeinden aus und sind in der Literaturauflistung weiter unten als pdf abrufbar. Des Weiteren sind die die Steine des kleinen Findlingsgartens im Eingangsbereich des NIhK sowie ein besonders schöner weißer Granit in Büppel beschrieben.

Literatur