WADWAD – Sedimentdynamik im Land-Meer-Übergang neu denken

Die Übergangszone zwischen Land und Meer gehört zu den dynamischsten und zugleich empfindlichsten Räumen unserer Küsten. Sedimentbewegungen, Strömungen und menschliche Eingriffe bestimmen maßgeblich die Stabilität des Wattenmeeres, einem der wertvollsten Ökosysteme Europas, das zunehmend durch Meeresspiegelanstieg, Klimawandel und menschliche Eingriffe bedroht ist.
Ziel des WADWAD-Projekts ist es, auf trilateraler Ebene (Niederlande, Deutschland, Dänemark) für das Wattenmeer einen innovativen, klimabeständigen und ökosystembasierten Aktionsplan zum Schutz der Land-Meer-Übergangszonen zu entwickeln. Dieser Aktionsplan soll auf Basis des Wissens verschiedener Disziplinen, dem Expertenwissen von Entscheidungsträgern aus Politik, Verwaltung und Management sowie der Meinung von Anwohnern an der Nordseeküste lokale Lösungsansätze für die zukünftigen Herausforderungen an das Wattenmeer erarbeiten. Im Mittelpunkt steht hierbei die Schaffung von Wissen über die Auswirkungen von Sedimentdynamik, Klimawandel und Ökosystemverlusten.
Ein zentrales Arbeitspaket von WADWAD ist am NIhK angesiedelt und widmet sich der Entwicklung GIS-basierter Anwendungen zur Analyse und Visualisierung von Risiko- und Potenzialräumen. Auf Basis geowissenschaftlicher, historischer und paläoökologischer Daten werden multifaktorielle Karten, sogenannte „Heatmaps“, erstellt, die sowohl besonders gefährdete Gebiete als auch vielversprechende Standorte für Pilotprojekte identifizieren. Der Fokus liegt dabei auf dem sedimentären Untergrund als Schlüsselkomponente der Küstendynamik.
Das Arbeitspaket wird von Dr. Martina Karle und Dr. Friederike Bungenstock geleitet. Minne Oostra ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt tätig.
WADWAD ist ein vierjähriges, für den Zeitraum von2025 bis 2028 konzipiertes Kooperations-Projekt zwischen den Universitäten in Oldenburg, Groningen, Utrecht und Kopenhagen und den Instituten Deltares, Senckenberg am Meer und NIhK. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) und dem Niederländischen Forschungsrat (NWO) im Rahmen des Programms „Understanding complex pressures on the Wadden Sea and options for action“ gefördert (https://www.nwo.nl/en/news/five-applications-awarded-for-research-about-the-wadden-sea) . Die Betreuung erfolgt durch den Projektträger Jülich (PtJ) und der NWO im Auftrag der beteiligten Ministerien (https://geschichten.ptj.de/internationale-wattenmeerforschung#353426199). Dieses Forschungsprogramm konzentriert sich auf die komplexen Belastungen und kumulativen Auswirkungen auf das Ökosystem, die Handlungsoptionen und die Folgen für das Leben der Menschen in der Küstenregion. Insgesamt werden 6 Projekte gefördert:
WADWAD – Aktionsplan für ökosystembasierte Land-Meer Übergangszonen (https://wadwad.uol.de/project/)
PaRCA - Wege zur Umsetzung der Klimaanpassung im Wattenmeer (https://www.parca-waddensea.net/).
SedWay - Sicherung der natürlichen Sedimentationsprozesse im Wattenmeer für die Biodiversität und die Menschen (https://uol.de/ecoeco/forschung/sedway) .
TRICMA² - Dreifache Krise trifft auf trilaterale Zusammenarbeit: Auswirkungen des Verlusts der biologischen Vielfalt, des Klimawandels und der Umweltverschmutzung auf Salzwiesen und Wege zu ihrer nachhaltigen Bewirtschaftung (https://www.biologie.uni-hamburg.de/forschung/angewandte-pflanzenoekologie/drittmittelprojekte/tricma2.html).
SALTGARDEN - Nachhaltige adaptive Landschaften durch transdisziplinäres Gärtnern zur Förderung der Widerstandsfähigkeit und Dynamik unseres ökologischen Naturerbes (https://www.lufi.uni-hannover.de/forschung/forschungsprojekte/forschungsprojekte-detailansicht/projects/saltgarden-nachhaltige-adaptive-landschaften-zur-foerderung-der-widerstandsfaehigkeit-und-dynamik-des-naturerbes-wattenmeer).
WADcouple - Synthese- und Transferinitiative des trilateralen Wattenmeer-Forschungsprogramms (https://wadcouple.uol.de/).

