
Neuigkeiten von der Grabung Borgsumburg auf Föhr
Auch in diesem Sommer werden die Ausgrabungen im frühmittelalterlichen Ringwall bei Borgsum noch einmal fortgesetzt. Die sehr gut erhaltene Befestigung aus dem 10. Jh. n. Chr. weist im Inneren etwa vier Meter mächtige Siedlungsschichten auf. Durch die starke Bodenfeuchtigkeit blieben alle organischen Reste hervorragend erhalten, so dass sich in den Fundschichten neben Webgewichten, Spinnwirteln und Tierknochen sogar Textilreste, Federn und Eierschalen finden. Diese geben wertvolle Informationen zu Ernährungsweise und Handwerk in der Burg. Des Weiteren erfassten die minimalinvasiven Grabungsschnitte drei Sodenwandhäuser und eine Zisterne sowie mehrere Herdstellen. Die neuen Erkenntnisse helfen, die geophysikalischen Messergebnisse besser zu deuten und die Fragen zu Alter und Funktion der Burg zu beantworten. Das gilt insbesondere für die jüngste Phase, die in die Zeit um 980 und damit in die Zeit des dänischen Königs Harald „Blauzahn“ Gormsson fällt. Die Borgsumer Burg rückt damit zeitlich und strukturell in die Nähe der dänischen Trelleborgen, die vor einigen Jahren zum Weltkulturerbe erklärt wurden.


