Gutes Wetter und jede Menge Daten: SUBNORDICA auf spannender Forschungsausfahrt in der Nordsee

Auf der Suche nach den Spuren einer vor Tausenden von Jahren in der Nordsee versunkenen steinzeitlichen Landschaften war das internationale Forschungsteam des SUBNORDICA-Projekts zwei Wochen lang mit dem Forschungsschiff BELGICA unterwegs (Abb. 1). Beteiligt waren fünfzehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Flämischen Meeresforschungsinstituts (VLIZ) in Belgien, dem Geologischen Dienst in den Niederlanden (TNO), der Universität Aarhus in Dänemark, dem NIhK in Deutschland und der Universität Bradfordin Großbritannien. Das NIhK wurde durch Daniel A. Hepp und Heiko Schmidt vertreten.

In dänischen, deutschen und niederländischen Gewässern sammelte das Team geophysikalische und geologische Daten rund um die Doggerbank und das nördliche Elbe-Urstromtal. Dabei kamen verschiedene geophysikalische Methoden, wie das parametrische Sedimentecholot (TOPAS) und die Einkanalseismik (Sparker) zum Einsatz. Beide Methoden durchleuchten den Meeresboden mithilfe von Schallwellen und zeichnen das zurückgeworfene Echo auf. 

Um den geologischen Aufbau des mit Schallbildern erfassten Untergrundes besser zu verstehen, wurden ausgewählte Strukturen unter dem Meeresboden mit Hilfe eines Vibrolots beprobt. Dieses wird auf dem Meeresboden abgesetzt. Dann wird ein Stahlrohr in den Boden einvibriert. Auf diese Weise ist die Bergung von 6 Meter langen Sedimentproben möglich. Anlass zur besonderen Freude gab es, als beim Öffnen der Sedimentkerne humose Böden oder Torfschichten zum Vorschein kamen. Denn die detaillierte Analyse dieses Material ermöglicht es, Rückschlüsse auf die prähistorischen Landschaften zu ziehen, die vor 10 bis 8 Tausend Jahren infolge des nacheiszeitlichen Meerespiegelanstiegs in der Nordsee versanken. 

Die Ausfahrt der Belgica war ein voller Erfolg, denn es ist innerhalb von nur zwei Wochen gelungen, Sedimentkerne von insgesamt 400 m Länge und geophysikalische Messprofile von insgesamt 3350 km Länge zu gewinnen. Die Daten werden nun in den kommenden Monaten gemeinsam von allen beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern analysiert und ausgewertet, mit dem Ziel, neue Erkenntnisse über die Entwicklung der nacheiszeitlichen Landschaft und ihren Einfluss auf die dort lebenden steinzeitlichen Menschen zu gewinnen.