Fething, Priel und Brunnen: Geoarchäologische Ausgrabungen bei Iggewarden abgeschlossen

In der 34. Kalenderwoche hat das NIhK seine  Ausgrabungen bei Iggewarden erfolgreich abgeschlossen. Das interdisziplinäre Team um Thorsten Becker, Kira Raith und Dr. Johan Nicolay hat im Rahmen des Projektes „Wurten und Strandwälle im nördlichen Butjadingen“ die Untersuchung einer fast 100 m langen Fläche zwischen zwei Wurten bei Iggewarden fortgesetzt , um der Frage nach dem Beginn der Landschaftsentstehung und Siedlungsentwicklung nachzugehen. Der diesjährige Fokus lag dabei auf Bereichen, die durch eine besondere Verzahnung von natürlichen und künstlichen Schichten geprägt sind und damit einen Wechsel menschlicher Aktivitäten und natürlicher Sedimentationsprozesse anzeigen.

Dabei wurde ein bis zu 20 m breiter Priel erfasst, der sich mittig zwischen den beiden Wurten befand. Außerdem gelang es, einen Süßwasserteich (Fething) und einen Brunnen an den Flanken der zwei Siedlungshügel zu dokumentieren. 

Im Ergebnis zeigt es sich, dass der Priel bereits in einer ersten Siedlungsphase vor ca. 2000 Jahren, also während der frühen Römischen Kaiserzeit verlandet ist. In das ihn füllende Sediment eingegraben fanden sich zahlreiche von Menschen angelegte Gräben und über diesen wiederum Wurtenaufträge, die den vormaligen Wasserlauf zuletzt komplett abdeckten. Dies belegt eine intensive Nutzung und Gestaltung des Umlandes der Wurten.

Ein neben der südlichen Wurt ebenerdig in der Salzwiese aufgefundener Fething wies Spuren von Viehtritt in seinem Randbereich auf, so dass von einer Nutzung als Viehtränke auszugehen ist. Er muss also nach der Verlandung des Priels angelegt worden sein, da ein regelmäßiger Eintrag von Salzwasser seine Funktion beeinträchtigt hätte. Am südlichen Ende der benachbarten Wurt konnte das Grabungsteam zudem die Reste eines 3,5 m tiefen, mit Mist verfüllten Brunnens vollständig ausgraben. Es stieß darin auf ein rund 30 cm durchmessendes, massives Holzobjekt aus Ahorn , zahlreiche Tierknochen, vereinzelte Keramikfragmente und einen bronzenen Armreif. Die weitere Untersuchung dieser Objekte steht noch aus.