Forschungswerkstatt Neolithikum: Alte Funde, neue Perspektiven

Keramikscherben auf Tischen und Fensterbänken, Befundpläne auf Bildschirmen und gemeinsames Arbeiten statt Sitzungen: Vier Wochen lang wurde der Saal des NIhK im September zur "Forschungswerkstatt Neolithikum". Sechs Studierende der Universitäten Leipzig, Kiel, Hamburg und Rostock sowie der Freien Universität Berlin kamen nach Wilhelmshaven, um Fundmaterial für ihre Abschlussarbeiten zu erfassen und Befundpläne zu digitalisieren.
Im Mittelpunkt standen Funde, die bei Ausgrabungen von Großsteingräbern im Raum Stade und in den Harburger Bergen geborgen worden sind. Ein Teil des Materials lagert bereits seit den 1970er-Jahren in den Magazinen. Im Rahmen des Projekts „Zwischen den Flüssen“ wird es nun dokumentiert, zeitlich eingeordnet und mit Funden aus benachbarten Regionen verglichen. Ermöglicht wird die Forschungswerkstatt durch die Unterstützung der Werner-Brune-Stiftung[MM1] , der Gerd-Möller-Stiftung und der NWDUG e. V.
Angeleitet von Dr. Moritz Mennenga und Dr. Anja Behrens lernten die Studierenden unterschiedliche Systeme zur Fundaufnahme und Verfahren zur Digitalisierung kennen. Die gemeinsame Arbeit bot zugleich Raum, Erfahrungen auszutauschen und sich bei der Bearbeitung des Materials gegenseitig zu unterstützen.
Hinter den Untersuchungen steht eine größere Forschungsfrage: In welchem Verhältnis stand das Elbe-Weser-Dreieck während der Zeit der Trichterbecherkultur zu seinen Nachbarregionen? Die Abschlussarbeiten ergänzen die umfassende Aufnahme der Großsteingräber und ihrer Funde im Untersuchungsgebiet, deren Ergebnisse im Rahmen des Projekts gemeinsam publiziert werden sollen. So tragen die neu bearbeiteten Objekte dazu bei, die steinzeitliche Entwicklung der Region genauer verstehen und erkennbare überregionale Verbindungen besser einordnen zu können.



