Neue Erkenntnisse über die Bauweise des Großsteingrab von Wanna gewonnen

Von Anfang Juli bis Ende August wurde die Ausgrabung am Großsteingrab Wanna FStNr. 1591 im Ahlen-Falkenberger Moor, Ldkr. Cuxhaven fortgesetzt und abgeschlossen. Die Anlage wurde von den Menschen der Trichterbecherkultur vor über 5000 Jahren errichtet und ist durch eine prähistorische Übermoorung bis heute außergewöhnlich gut erhalten geblieben. Im Rahmen des von Dr. Moritz Mennenga geleiteten Projektes „Zwischen den Flüssen und gegen den Strom“ konnte nun die fast ungestörte Architektur des Großsteingrabes erforscht werden. 

Bei der Anlage handelt es sich um ein Ganggrab, das mit vier Decksteinen versehen war. Der fast mittig liegende Gang wird aus zwei Trägersteinpaaren gebildet und von drei großen Steinen abgedeckt. Die Kammer ist von einer komplexen Sand-Stein-Packung umgeben – einer Schutzkonstruktion, die nur selten erhalten geblieben ist. Durch die detaillierte Erfassung der Bauelemente lassen sich nun Vergleiche zur Bauweise weniger gut erhaltener Großsteingräber ziehen und diese besser interpretieren. 

Zusätzlich wurden mehrere außerhalb der Grabkammer niedergelegte Gefäße entdeckt, die zeigen, dass das Grab über Jahrhunderte hinweg genutzt wurde. Die Grabungsergebnisse können nun als Ausgangpunkt für überregionale Studien genutzt werden, in die auch zeitgleiche Anlagen aus Regionen in Dänemark oder den Niederlanden einzubeziehen sind. Ziel dieser Untersuchungen wird es sein, neue Erkenntnisse über die Kontakte der damals im nördlichen Mitteleuropa lebenden Menschen zu gewinnen. 

Die Ausgrabungen erfolgten mit Studierenden der Universitäten Berlin, Groningen, Kiel, Leipzig, Rostock und der Fachhochschule in Deventer unter der Leitung von Dr. Anja Behrens und wurden von zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unterstützt. Weitere Informationen zum Projekt und den aktuellen Arbeiten finden Sie auf dem Projekt-Blog.