Ein neues Gesicht am NIhK: Jonathan Baines wird Teil des Teams

In allen Zeiten der Menschheitsgeschichte spielte die Nutzung pflanzlicher Ressourcen eine herausragende Rolle. Ob gesammelt oder angebaut waren sie unverzichtbare Bestandteile der Nahrungsmittel, dienten als Arznei, hatten aber auch als Bau- oder Brennmaterial ein eine große Bedeutung für das tägliche Leben der Menschen. Entsprechend ist die systematische Untersuchung von bei archäologischen Ausgrabungen geborgenen, aus Pflanzen hergestellten Gegenständen bzw. den Überresten ihrer Nutzung wichtig, wenn man die Lebensbedingungen vergangener, insbesondere schriftloser Gesellschaften rekonstruieren möchte. Auf dieses spannende Forschungsfeld hat sich der Archäologe und Paläobotaniker Dr. Jonathan Baines spezialisiert, der seit dem 01.03.2026 zum Team des NIhK gehört. Hier liegt sein Aufgabengebiet in der Erforschung der Nutzung von pflanzlichen Materialen während der 1. Hälfte des 1. Jahrtausends in Nordwestdeutschland in den benachbarten Landschafträumen. Innerhalb des von der DFG geförderten Fallward-Projektes untersucht er derzeit zum einen, welche Rolle Pflanzen innerhalb der Bestattungstraditionen während der römischen Kaiser- und Völkerwanderungszeit in der Marsch lebenden Menschen spielten. Zum anderen ist Jonathan Baines in dem von der Union der Akademien geförderten Projekt Westgermanien im Wandel mit der Aufgabe betraut, herauszufinden, welche Kulturpflanzen von den zwischen Rhein, Weser und Nordsee lebenden Gemeinschaften in dieser Epoche angebaut wurden und welche Strategien sie dabei verfolgten.