

Textilarchäologie im Moor und im Labor
Textilarchäologie: Das ist viel mehr als der Blick auf Garne und Gewebe. Deshalb ist das Team, das sich seit November 2025 die Neubearbeitung der Kleidung des Mannes von Bernuthsfeld zur Aufgabe gemacht hat, zusammengekommen und zunächst dort hingefahren, wo jener Mann um 700 n. Chr. im Moor bestattet wurde.
Dort, in der Nähe von Aurich, erläuterte der Archäologe Dr. Jan Kegler von der Ostfriesischen Landschaft die historische Situation, und die Geologin Dr. Martina Karle (NhK) und die Bioarchäologin Dr. Corina Knipper (CEZA, Mannheim) diskutierten die Möglichkeiten und Voraussetzungen für Strontiumisotopenanalysen, um Informationen über die Herkunft des Mannes zu gewinnen.
Um u.a. weitere naturwissenschaftliche Ansätze und konservatorische Aspekte zu besprechen, kamen auch die Restauratorin Dr. Sylvia Mitschke von den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim und Dr. Annette Paetz gen. Schieck, Leiterin des Deutschen Textilmuseums Krefeld, nach Ostfriesland. Im NIhK erläuterte Dr. Susan Möller-Wiering den aktuellen Stand der Textiluntersuchungen, unterstützt von Projektleiter Prof. Dr. Hauke Jöns sowie von der Leiterin des Sachgebiets Textilarchäologie, Christina Peek M.A., und von Dr. Katrin Struckmeyer, die sich um die Mikroskopieaufnahmen der Textilien kümmert. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen 2027 in der Redbad-Ausstellung im Ostfriesischen Landesmuseum in Emden gezeigt werden.

