Exzeptionelles Beigabenensemble aus Nienbüttel wird am LEIZA untersucht

Bei den beiden Bronzegefäßen aus Nienbüttel, die in einer komplex aufgebauten Steinkonzentration zutage traten, handelt es sich um ganz besondere Funde. Sie wurden von Studentinnen des Studiengangs »Konservierung und Restaurierung von archäologischen, ethnologischen und kunsthandwerklichen Objekten« der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (ABK) zunächst am NIhK in Wilhelmshaven, später in Stuttgart freigelegt und dokumentiert. Während sich in dem einen Gefäß der Leichenbrand befand, beinhaltet das zweite, typgleiche Gefäß die Beigaben. Bereits während der Freilegung wurde offensichtlich, dass es sich um eine überdurchschnittlich reiche Ausstattung handelt – unter anderem ein gefaltetes Schwert mit Silberknauf, eine Lanzenspitze, diverse Beschläge und eine Bügelschere waren bereits deutlich erkennbar. Es zeigte sich aber auch, dass sich in dem stark zusammenkorrodierten Konglomerat weitere Objekte verbergen. Daher wurde es nach Mainz ans LEIZA gebracht, das über einen modernen und leistungsstarken Computertomographen verfügt, mit dem man zerstörungsfrei das Unsichtbare sichtbar machen kann. Die Messungen übernahm Dr. Jana Kunze. Bereits die ersten Bilder offenbarten den tatsächlichen Umfang des Ensembles und unterstreichen seine Qualität und Bedeutung. Besonders die silbertauschierten Reitersporen und die zahlreichen, teilweise verzierten Bleche fallen sofort ins Auge und verweisen auf den hervorgehobenen Status der bestatteten Person. Gegenwärtig werden die Bilddaten am LEIZA ausgewertet und die Objekte virtuell rekonstruiert. Aber schon jetzt kann gesagt werden, dass CT-Messungen einen wichtigen Beitrag zur sozialarchäologischen Interpretation dieses besonderen Grabes geleistet haben.

