Masterarbeit zur Umweltgeschichte der Mollberger Moorsenke im NIhK verteidigt

Auch wenn das NIhK eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung ist, ist es regelmäßig an der Entstehung von universitären Abschlussarbeiten beteiligt. Studierende unterschiedlichster Universitäten aus dem In- und Ausland arbeiten am NIhK zu verschiedenen Fragestellungen der historischen Küstenforschung. Dabei nutzen sie die vorhandene Infrastruktur und das im Team vorhandene Know-how und tragen so mit ihren Arbeiten zum wissenschaftlichen Fortschritt in der Erforschung der Landschafts- und Besiedlungsgeschichte der norddeutschen Küstenräume bei. 

Aktuell hat Heiko Schmidt seine Masterarbeit, die er an der Universität Bremen im Studiengang „Physical Geography: Environmental History“ vorgelegt hatte, im Saal des NIhK vor Publikum verteidigt.

Der forschungsorientierte Masterstudiengang (M.Sc.) verknüpft natur- und geisteswissenschaftliche Ansätze zur Rekonstruktion von Klima- und Umweltveränderungen. Er wird durch das Institut für Geographie, das Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) der Universität Bremen und das NIhK getragen. 

Für seine Masterarbeit hat Heiko Schmidt vegetationsgeschichtliche Untersuchungen an Bohrkernen aus der ca. 5 m tiefen Mollberger Moorsenke, Ldkr. Ammerland, durchgeführt. Die Anregung zum Thema kam aus dem Wilhelmshavener Kollegium und sowohl die Auswertung im Labor als auch die wissenschaftliche Betreuung fand im NIhK statt.

Im Rahmen seiner Prüfung präsentierte Heiko Schmidt seine wichtigsten Ergebnisse in einem kurzen Vortrag und zeigte darin, dass sich in der Mollberger Moorsenke Ablagerungen erhalten haben, die eine Rekonstruktion der regionalen Umweltentwicklung seit dem Ende der letzten Eiszeit ermöglichen.  Die Form und das Relief der Senke deuten darauf hin, dass sie durch das Wachstum eines Pingos während einer Kaltphase entstanden ist. Pingos bilden sich, wenn Grundwasser unter Permafrostbedingungen (dauerhaft gefrorenen Boden) zu Eislinsen gefriert, die den darüberliegenden Boden um mehrere 10er Meter anheben können. Nach dem Ende der Permafrostbedingungen in der abklingenden Eiszeit schmolz diese Eislinse, das System kollabierte und hinterließ einen kleinen See mit einem Durchmesser von knapp 200 Metern. Im Laufe der letzten Jahrtausende verlandete dieser See und entwickelte sich zu einem Kesselmoor.

Neben seinen Prüfern Prof. Dr. Felix Bittmann und Dr. Steffen Wolters waren auch zahlreiche NIhK-Kolleginnen und Kollegen sowie einige beteiligte Wissenschaftler von außerhalb anwesend. Im Anschluss an den Vortrag beantwortete der Prüfling vertiefende Fragen zu Methodik und Ergebnissen seiner Arbeit sehr zur Zufriedenheit seiner Prüfer. Die Masterprüfung ist also erfolgreich verlaufen, so dass Gäste und NIhK-Angehörige Heiko Schmidt zu einem sehr guten Abschluss seines Studiums gratulieren konnten.