
Filmaufnahmen zum „Mann von Bernuthsfeld“

Als zwei junge Torfstecher im Jahre 1907 im Moor bei Tannenhausen die Überreste eines Menschen entdeckten, ahnten sie nicht, dass sie das Grab eines um 700 n. Chr. im Moor beigesetzten Mannes gefunden hatten, der seither als „Mann von Bernutshfeld“ die archäologische Forschung beschäftigt. Das liegt vor allem daran, dass die Kleidung des Mannes durch die Lagerung im Moor sehr gut erhalten ist. Dadurch besteht für die Textilarchäologie die Möglichkeit, einen einzigartigen Einblick in die Bekleidung des frühen Mittelalters zu gewinnen. Seit Herbst 2025 werden diese Kleidungsstücke nun detailliert im Rahmen eines durch das Land Niedersachsen geförderten Forschungsprojektes untersucht. Dabei steht die sorgfältig in Patchwork-Technik gefertigte Tunika des Mannes im Fokus. Aufgrund der einzigartigen kulturhistorischen Bedeutung dieses Fundes entstand die Idee, den Mann von Bernuthsfeld und seine persönliche Geschichte auf der Grundlage der aktuellen Forschungen in einem Film zu porträtieren. Beteiligt an der Umsetzung dieses Vorhabens sind das Ostfriesische Landesmuseum Emden, in dem der Mann von Bernuthsfeld seine letzte Ruhe gefunden hat, die Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer seit 1820 – 1820dieKUNST –, zu deren Kulturschätzen der Moorfund gehört und das NIhK, das die Federführung für die aktuellen Forschungen innehat. Für das Projekt konnte die Filmemacherin Bettina Wobst und der Kameramann Thomas Beckmann gewonnen werden, denen bereits ein Film über die Arbeit des NIhK zu verdanken ist. Vom 28.06. bis 01.07.2026 war es schließlich soweit, dass ein von Bettina Wobst gemeinsam mit der Textilarchäologin Christina Peek erarbeitetes Drehbuch umgesetzt werden konnte, das sowohl Dokumentationen der aktuellen Untersuchungen als auch szenische Rekonstruktionen enthält. Die Aufnahmen fanden in Emden, Aurich, Ihlow und Wilhelmshaven statt und waren nur dank der tatkräftigen Hilfe zahlreicher Laiendarstellerinnen und -darsteller sowie der Unterstützung der Ostfriesischen Landschaft und anderer Institutionen möglich. Gegenwärtig wird das umfangreiche Filmmaterial ausgewertet und für den Schnitt vorbereitet; voraussichtlich wird der Film im Frühjahr 2027 erstmals im Rahmen der Redbad-Ausstellung im Ostfriesischen Landesmuseum in Emden zu sehen sein.

