Im Fokus: Unter Wasser erhaltene steinzeitliche Landschaften vor Poel



Im Rahmen des ERC SyG-Projekts SUBNORDICA erforscht ein Wissenschaftlerteam um Projektleiterin Dr. Svea Mahlstedt und Dr. Daniel Hepp die Umweltbedingungen, Meeresspiegelentwicklung und bevorzugte Siedlungssituationen im späten Mesolithikum in der Region der heutigen Wismarbucht vor der Insel Poel. Bereits vor 20 Jahren war es dort im Rahmen des SINCOS-Projekts gelungen, zahlreiche, unter Wasser erhaltene steinzeitliche Siedlungsplätze zu entdecken.
Mit Kollegen des Leibniz Instituts für Ostseeforschung Warnemünde und der Universität Rostock sowie einem engagierten gemeinsamen Tauchteam konnten die Forscher Anfang Mai umfangreiche geophysikalische, sedimentologische und archäologische Daten im Umfeld von Fundplätzen aus dem 7. bis 4. Jahrtausend v. Chr gewinnen. Besonders freut sich das Team über die Möglichkeit, einen komplexen, luftdruckbetriebenen Unterwasserbohrer zur Beprobung des Meeresbodens einsetzen zu können, der durch die gemeinsame Arbeit des Dänischen Nationalmuseums mit den Entwicklern von Akut Dänemark entstanden ist. Damit können Proben aus bis zu 2m Tiefe im Meeresboden gewonnen werden. Sie werden im Anschluss im Labor des NIhK im Detail untersucht und können Aufschluss über die Umweltbedingungen zur Besiedlungszeit wie auch die Entwicklung durch den folgenden Meeresspiegelanstieg geben.

(von links nach rechts, hintere Reihe: Daniel Hepp, Henning Andresen, Ernest Rappel, vorn: Svea Mahlstedt, Svea Röbke, Franziska Domen, Virginia Jark und Arwen Deyhle, Foto: S. Mahlstedt).
