Neue Informationen über den Dolmen von Wanna, Ldkr. Cuxhaven


In der Zeit vom 08. bis 19.06.2026 erfolgte an dem jungsteinzeitlichen Grab von Wanna, FStNr. 1229 im Landkreis Cuxhaven, eine kleine Ausgrabung durch das Projektteam Dr. Moritz Mennenga (Projektleiter) sowie Dr. Anja Behrens. Sie wurde im Rahmen des Projektes „Zwischen den Flüssen und gegen den Strom“ durchgeführt, das mit Mitteln von zukunft.niedersachsen finanziert wird. Die bisherigen Arbeiten im Projekt belegen eine intensive Bauphase an Großsteingräbern nach 3400 v. Chr., wobei die Keramik eine Nutzung der Gräber über mehrere Jahrhunderte bezeugt. Bei der nun untersuchten Grabanlage handelt es sich jedoch um einen erweiterten Dolmen und damit um eines der ältesten Großsteingräber im Elbe-Weser-Dreieck. Bislang ist in der Region nur wenig über die Konstruktionsweise dieser Bauten bekannt. Auch fehlt für sie eine genaue zeitliche Einordnung. Dabei markiert der Typ den kulturhistorisch bedeutenden Übergang von der Einfach- zur Kollektivbestattung und stellt damit einen Wendepunkt in der Bestattungsweise der Menschen der Trichterbecherkultur um etwa 3500 v. Chr. dar. Da kaum Spuren einer Besiedlung aus diesem Zeithorizont in der Region vorliegen, kommt der Grabung am Dolmen von Wanna eine bedeutende Rolle in der Forschung zu, eröffnet sie doch die Möglichkeit wichtige Forschungsfragen zu Alter und Nutzung aber auch Traditionen zu untersuchen.
Bei den Grabungen ließ sich feststellen, dass einige Steine des umgebenden Steinkreises bereits fehlen oder verkippt vorliegen. Auch im Eingangsbereich und zwischen zwei Umfassungssteinen wurden weitere Störungen sichtbar. So konnte an zwei Findlingen größere Abgrabungen festgestellt werden. Vor allem der gesamte Eingangsbereich war geprägt von stark durchmischten Schichten, wodurch die ehemalige jungsteinzeitliche Geländeoberfläche nur an wenigen Stellen erhalten geblieben war. Hier konnten einige Scherben geborgen werden, die auf eine wiederholte Nutzung der Grabkammer hindeuten. Dies bestätigte sich durch die Freilegung eines kleinen Trägersteins, der einen Eingang an der westlichen Südseite markiert. Außergewöhnlich ist zudem eine Stufenkonstruktion, die in die etwa 1,3 m hohe Grabkammer führte. Der erweiterte Dolmen von Wanna besaß also einen Eingang, wie er bislang nur von Gräbern mit Kollektivbestattungen bekannt war. Das bei der Grabung geborgene Proben- und Fundmaterial wird gegenwärtig analysiert; es wird vermutlich neue Erkenntnisse über die Nutzungsgeschichte erbringen.
Aktuelles zum Projekt findet sich auf dem Blog „Relikte im Moor“.
