Ausgrabung mittelsteinzeitlicher Feuerstellen am Moorrand

Zwischen dem 16.03. und dem 27.03.2026 fanden erneute Ausgrabungen des Projektes „Das Mesolithikum in Nordwestdeutschland“ an der Oberen Wümmeniederung bei Groß Todtshorn statt. Unter der Leitung von Dr. Svea Mahlstedt und Jeffrey König untersuchte das Team in diesem Jahr einen Fundplatz, der auf einem Geestausläufer am Rande der Niederung liegt. Dieser Fundplatz ist durch die Begehung von Hobbyarchäologen bekannt geworden. Aufgrund der GPS-Daten einzelner Feuersteinartefakte, die durch die Sammler erhoben wurden, konnten die Archäologen die Grabung sehr gezielt platzieren. Sie erstreckte sich sowohl über Teile des Zentrums der Fundstelle, als auch über Bereich in der Niederung. Ziel war es, die beiden Naturräume zu verbinden, um die Gründe für die Jahrtausende lange Präsenz von mittelsteinzeitlichen Jäger und Sammler Gruppen an der Niederung zu klären. 

Während der Ausgrabung entdeckten die Forscher neben einer Reihe von mittelsteinzeitlichen Steingeräten auch zwei Feuerstellen. Diese werden nun voraussichtlich eine genaue Datierung des Fundplatzes mit Hilfe von 14C-Analysen der erhaltenen Holzkohlen ermöglichen. Die Feuerstellen liegen nur wenige Meter vom Rand der Niederung entfernt, in der sich bereits direkt nach der letzten Eiszeit Torf gebildet hatte. Diese Situation zeugt davon, dass die Menschen der Mittelsteinzeit bewusst die Nähe zur feuchten Niederung gesucht haben. 

Die von diesem Fundplatz stammenden Funde werden aktuell von Jeffrey König wissenschaftlich ausgewertet, um sie im Anschluss mit anderen Fundplätzen vergleichen zu können. Von der Zusammensetzung der verschiedenen Werkzeuge erwartet das Team zudem neue Erkenntnisse zur Nutzung des Areals während der Steinzeit.