Mittelsteinzeitliche Feuersteinwerkzeuge im Fokus der Forschung


Aktuell erarbeiten Kimberly Wordtmann und Jeffrey König eine Datenbank mit über 20.000 Steinartefakten von einem Fundplatz an der Oberen Wümmeniederung im Rahmen des DFG-Projektes „Das Mesolithikum in Nordwestdeutschland“ unter der Leitung von Dr. Svea Mahlstedt. Die steinzeitlichen Werkzeuge und Werkabfälle wurden in den letzten Jahrzehnten von Hobbyarchäologen von der Oberfläche der Fundstelle aufgelesen und an das Archäologische Museum Hamburg weitergeleitet.
Die Objekte stammen zumeist aus der Mittelsteinzeit zwischen 9600 und 3600 v. Chr. Besonders häufig kommen in dieser Zeit Gerätetypen wie sogenannte Mikrolithen vor (mikro = klein, lithos = Stein). Dabei handelt es sich um kleine bearbeitete Klingen aus Feuerstein, die als Pfeilspitzen dienten. Die Form der Mikrolithen hat sich im Verlauf der Mittelsteinzeit verändert, so dass das Vorkommen verschiedener Formen in bestimmten Zusammensetzungen Hinweise auf das Alter der jeweiligen Fundstellen liefern. Darüber hinaus kann aus der Zusammensetzung des Materials abgelesen werden, wie die Menschen im Mesolithikum mit dem Rohstoff Feurstein umgegangen sind. Dazu zählt neben den Techniken zur Herstellung bestimmter Objekte auch der Wert, der dem Material zugemessen wurde.
