Steinzeitliche Keramik unter dem Mikroskop

Derzeit finden am NIhK archäometrische Analysen an steinzeitlichem Keramikmaterial statt. Dabei handelt es sich um Scherben der späten Ertebølle-Kultur von der Ostseeküste Schleswig-Holsteins, die in einen Zeitabschnitt um 4600 v. Chr. datieren. Damit gehören diese Funde zu der ältesten Keramik, die wir aus Norddeutschland kennen. Im Zuge der Untersuchungen innerhalb des Projektes Töpfereitraditionen werden von den Scherben Dünnschliffe angefertigt. Zur Herstellung dieser Dünnschliffe werden Keramikproben bis auf eine Dicke von 0,03 mm heruntergeschliffen, so dass ausreichend Licht die Probe passieren kann. Mit Hilfe eines Polarisationsmikroskops können dann die im Ton vorhandenen Minerale anhand ihrer optischen Eigenschaften wie der Farbe bestimmt werden. Auch im Ton enthaltene Einschlüsse, wie beispielswiese größere Gesteinsfragmente, pflanzliches Material oder Mikrofossilien, zeichnen sich in den Dünnschliffen deutlich ab. Auf diese Weise lassen sich in Kombination mit weiteren Untersuchungsmethoden, darunter chemische Analysen, die zur Töpferei verwendeten Ausgangstone umfassend charakterisieren. Darüber hinaus ermöglichen die Untersuchungen weitergehende Einblicke in die damaligen Handwerkstraditionen, die bei der Keramikherstellung von Bedeutung gewesen sind.