Mahlstein aus Altenwalde - einmal anders herum

In einer frühmittelalterlichen Grube am Ortsrand von Altenwalde, Stadt Cuxhaven, konnte im August 2019 bei Ausgrabungen des NIhK ein vollständiger Mahlstein aus Basaltlava geborgen werden. Durch die lange Lagerung im sandigen und sauren Milieu war das Gestein stark angegriffen und verwittert. Auf der Grabung fiel deshalb die Entscheidung, den Fund im Block zu bergen und zur fachgerechten Bearbeitung in die Restaurierungswerkstatt des NIhK zu bringen. Dort wurde die offenliegende Oberfläche des zwar schweren, aber doch fragilen Objektes zunächst vorsichtig gereinigt. Es zeigten sich zahlreiche tiefe Risse und Abplatzungen.  Die Oberfläche des Mahlsteins löste sich bei mechanischer Reinigung im feuchten Zustand sehr schnell ab. Deshalb wurde der Fund zunächst sehr langsam und kontrolliert getrocknet. Anschließend begann die Festigung  durch vollständige Tränkung mit einem Stabilisierungsmittel. Nach der Aushärtung wurde dann ein Silikonmantel um das Objekt gelegt, der an der Außenseite zusätzlich mit Gips versteift war, um Verwindungen auszuschließen. Nun kam der große Moment:  der Mahlstein konnte vorsichtig umgedreht werden. Das schwierige Manöver gelang tadellos! Jetzt beginnt die Freilegung der Rückseite, bei der die Hoffnung besteht, dass sie etwas besser erhalten sein könnte und hier noch Herstellungs- und Nutzungsspuren erkennbar sind.