Mit schwerem Gerät…

…auf der Suche nach einem steinzeitlichen Strand. Nachdem der ursprünglich geplante Bohrtermin im März corona-bedingtverschoben werden musste, fand sich während der Grabungskampagne des Projektes "Relikte im Moor" im September eine neue Gelegenheit, den geologischen Untergrund im Norden des Untersuchungsgebietes zu erforschen. Zur Zeit der steinzeitlichen Besiedlung existierte hier eine Meeresbucht. Die Nordsee erstreckte sich also viel weiter ins Land hinein als heute. Am 22.09.2020 war es dann soweit. Die Firma Royal Eijkelkamp Soil and Water aus Giesbeek/Niederlande, ein Spezialanbieter für Bohrtechnik, stellte für Demonstrationszwecke ihren auf einer Raupe montierten Vibrationsbohrer samt Crew zur Verfügung. Das fast 12 t schwere Bohrgerät auf eine torfige Weide zu manövrieren hätte auch anders ausgehen können… Aber aufgrund des trockenen Sommers erwies sich die Mooroberfläche als ausreichend tragfähig und es konnte mit 6 m Torf und Klei die komplette Schichtfolge des Holozäns bis auf den eiszeitlichen Sand erbohrt werden. Dank der außergewöhnlichen Bohrtechnik steht den Geologen und Botanikern nun ein Bohrkern mit 10 cm Durchmesser zur Verfügung, um hier die spannende Verwandlung der Landschaft vom Strand zur Kuhweide zu rekonstruieren.

Weitere Infos zum Projekt und zur Grabung finden sich auch in unserem Blog.