Aufbau eines Archivs für botanische Makroreste der vergangenen 2000 Jahre im Küstenraum

Botanische Großreste aus archäologischen Grabungen gehören zu den wichtigsten Quellen für die Rekonstruktion vergangener Lebensbedingungen und Umweltverhältnisse. Sie zählen wie andere archäologische Funde (u.a. Keramik, Knochen, (Bunt)Metalle, Textilien) zu den Hinterlassenschaften vergangener Gesellschaften und geben so Zeugnis ihrer Entwicklung. Dennoch wird diese Fundgattung nur selten und nicht systematisch erfasst, wodurch sie für weitergehende moderne Auswertungsmöglichkeiten unwiederbringlich verloren ist. Um dieses Quellenmaterial für die archäobotanische Forschung zukünftig besser zu erschließen, soll eine systematische Beprobung, stichprobenhafte Analyse und anschließende Archivierung der Reste in Kooperation mit der archäologischen Denkmalpflege der norddeutschen Küstenländer aufgebaut werden. Dafür stellt das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur finanzielle Mittel für die kommenden fünf Jahre zur Verfügung, mit deren Hilfe technisches Personal und die notwendige Schlämmtechnik bereitgestellt werden können.