Auf den Zahn gefühlt ...

Zähne beinhalten zahlreiche Informationen über die Lebensgewohnheiten und -bedingungen von Individuen. Sie sind deshalb eine wichtige Quelle für archäologische Untersuchungen. Aus steinzeitlichen Epochen in Nordwestdeutschland gibt es bisher jedoch nur wenige Funde von menschlichen Zähnen, die helfen können, entsprechende Wissenslücken zu füllen. Aktuell werden im Rahmen des derzeit am NIhK laufenden Projektes „Das Mesolithikum in Nordwestdeutschland“ Einzeluntersuchungen, wie aDNA- und Isotopenanalysen an einem Zahn eines im Wolfsbrucher Moor, Landkreis Stade, gefundenen menschlichen Unterkiefers durchgeführt. Der Fund wird dafür vom Museum im Schwedenspeicher, Stade, zur Verfügung gestellt. Da diese Analysen jedoch nicht immer zerstörungsfrei sind, wurde im Vorfeld eine genaue 3D-Dokumentation erstellt. Sie hält den genauen Zustand des Zahns vor der Beprobung fest. Anschließend wurde dieser in der Restaurierungswerkstatt des NIhK genau nachgebildet und eine Replik hergestellt. Die Replik ermöglicht es, im Museum weiterhin einen vollständigen Eindruck vom Fund des Unterkiefers zu vermitteln. Dabei spielt vor allem auch die genaue Kolorierung eine Rolle, die auf dem gezeigten Foto gerade entsteht. Erst durch diesen letzten Arbeitsschritt erhält die Abformung des Originals ein authentisches Aussehen.