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Die neolithischen und bronzezeitlichen Silices und Felsgesteinfunde von Flögeln-Eekhöltjen, Ldkr. Cuxhaven

Flächenretuschierte Feuersteingeräte des Spätneolithikums und der Bronzezeit (Foto: R. Kiepe NIhK).

Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Forschungsvorhabens „Die Entwicklungsgeschichte einer Siedlungskammer im Elbe-Weser-Dreieck seit dem Neolithikum“ wurden in Flögeln, Ldkr. Cuxhaven, neben zahlreichen Gebäuden und sonstigen Bebauungsspuren der Römischen Kaiserzeit und der Völkerwanderungszeit auch Überreste einer neolithischen und bronzezeitlichen Besiedlung entdeckt. Die von J. A. Bakker vorgenommene Untersuchung der Keramikfunde hat ergeben, dass die Phase der Trichterbecherkultur auf dem Fundplatz zahlenmäßig am stärksten vertreten war. Funde der späteren Glockenbecherkultur und der frühen Bronzezeit traten dagegen nur in geringer Zahl auf.

Zu den Strukturen der Trichterbecherkultur zählen zwei Langhäuser mit Umfeld, ein „Kultbau“, ein kleines Flachgräberfeld und ein Großsteingrab. Für die jüngere Bronzezeit kann wiederum ein Gehöft nachgewiesen werden. Bis auf das Flachgräberfeld und die Umgebung eines Langhauses sind alle genannten Strukturen nicht von der kaiser- bis völkerwanderungszeitlichen Besiedlung gestört bzw. überlagert worden.

Als Überreste der stein- und bronzezeitlichen Besiedlung von Flögeln-Eekhöltjen sind auch mehr als 12.000 Artefakte aus Felsgestein oder Silex zu betrachten, die schwerpunktmäßig im Bereich der genannten Gräber bzw. Siedlungsspuren gefunden worden sind; diesen Befunden sind über 4000 Stücke zuzuordnen. Alle Silices und Felsgesteine aus undatiertem Zusammenhang oder aus kaiser- bis völkerwanderungszeitlichen Befunden werden hingegen nicht weiter berücksichtigt, da nicht gesichert ist, dass diese Objekte mit der neolithischen bzw. bronzezeitlichen Siedlungsphase zu verbinden sind.

Die Silices und Felsgesteinfunde wurden von 2006 bis 2009 im Rahmen eines vom MWK des Landes Niedersachsen geförderten Projektes durch Anselm Drafehn, M.A. ausgewertet. Zur Erfassung der Artefakte setzte er das Merkmalsystem „Spagat der Steine“ ein, das sowohl für eine statistische Auswertung als auch für eine Kartierung des Materials genutzt werden kann.

Die im Rahmen des Projekts erzielten Ergebnisse sind bislang unveröffentlicht.

  

 

 

Klingen, Abschläge und Geräte aus Flögeln-Eekhöltjen (Foto: R. Kiepe NIhK).

Literatur  

Zimmermann, W. H., 1980: Ein trichterbecherzeitlicher Hausgrundriß von Flögeln-Im Örtjen, Kr. Cuxhaven. Beiträge zur Archäologie Nordwestdeutschlands und Mitteleuropas [Festschrift Raddatz]. Materialhefte zur Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens 16, 479-489. Hildesheim.

 

 

    Flögeln - FeuersteinartefakteFlögeln - flint artefacts