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Tradition, Technologie und Kommunikationsstrukturen des Töpferhandwerks der Trichterbecherkultur

Angeschliffene Bruchkante einer mit Granitgrus gemagerten Scherbe. (Foto: K. Struckmeyer)

 

Ein Projekt des DFG SPP 1400 „Frühe Monumentalität und soziale Differenzierung“

Die Analyse von Keramik ermöglicht weit reichende Aussagen zur Datierung und zur kulturellen Vernetzung zwischen einzelnen Siedlungsräumen. Während Gefäßformen und Verzierungen von Keramikgefäßen deshalb in der archäologischen Forschung traditionell viel Beachtung finden, wird die eingesetzte Technologie meist nur kursorisch betrachtet, obwohl durch ihre detaillierte Analyse häufig wichtige Hinweise auf Kommunikationsstrukturen gewonnen werden können. Hier setzt das Projekt an, das im Rahmen des Schwerpunktprogramms „Monumentalität“ von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Ziel der Forschungen ist es, Informationen über die in den unterschiedlichen Regionalgruppen der Trichterbecherkultur (TBK) eingesetzten Technologien zu gewinnen um dadurch Rückschlüsse auf die strukturellen Verbindungen zwischen den in den unterschiedlichen Lebensräumen praktizierten handwerklichen Traditionen ziehen zu können. Deshalb führt Dr. Katrin Struckmeyer innerhalb des Vorhabens vergleichende naturwissenschaftliche Analysen an Keramikfragmenten der Trichterbecherkultur aus allen Arbeitsgebieten des Schwerpunktprogramms durch. Mit Hilfe der keramologischen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass es innerhalb der TBK regionale Traditionsräume  gab,  die  durch  unterschiedliche  Keramikherstellungstechnologien  geprägt  waren. Gleichzeitig war es mithilfe petrographischer und chemischer Untersuchungen möglich, die für die Töpferei verwendeten Rohmaterialien zu differenzieren und so kleinräumige Netzwerke und Interaktionen innerhalb von Siedlungsräumen zu rekonstruieren. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Literatur

Struckmeyer, K. (2015): Archäometrische Analysen an Keramikmaterial aus Nordwestdeutschland. Siedlungs- und Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet 38, 2015, 107-121.

Mischka, D., Roth, G. u. Struckmeyer, K. (2015): Michelsberg and Oxie in contact next to the Baltic Sea. In: K. Brink et al. (Hrsg.), Neolithic Diversities. Perspectives from a conference in Lund, Sweden. Acta Archaeologica Lundensia, Series in 8o, No. 65, 241-250. Lund.

Struckmeyer, K. (2014): Archäometrische Analysen an Keramik aus dem Megalithgrab „Denghoog“ (LA 85). In: M. Wunderlich, J. K. Koch u. P. Dieck, Denghoog – Großeibstadt – Rastorf. Frühe Monumentalität und soziale Differenzierung 5, 127-132. Bonn.

Struckmeyer, K. (2013): Archaeometric Analysis of Pottery Technology in the Funnel Beaker Culture. A case study: Tannenhausen, East Frisia (Germany). Journal of Neolithic Archaeology 15, 2013, 55-63 [doi 10.12766/jna.2013.004].

Nösler, D., Struckmeyer, K. u. Jöns, H. (2012): Neue Forschungen zur Tradition, Technologie und Kommunikationsstrukturen des Töpferhandwerks der Trichterbecherkultur – erste Ergebnisse archäometrischer Untersuchungen. In: M. Hinz / J. Müller (Hrsg.), Siedlung, Grabenwerk, Großsteingrab. Studien zu Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt der Trichterbechergruppen im nördlichen Mitteleuropa, 463-471. Bonn.

 

    Töpferhandwerk der TrichterbecherkulturFunnelbeaker culture - potter's tradition