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Frühmittelalterliche Häfen zwischen Wismar Bucht und Danziger Bucht

Bei den Ausgrabungen in Rostock Dierkow zeigte es sich, dass nahezu alle aus organischen Materialien hergestellten Gegenstände erhalten waren. (Foto: Jonas Sack, DAI).

ein Projekt des DFG SPP 1630 „Häfen der römischen Kaiserzeit bis Mittelalter “

Der Ostseeraum bildete während des frühen Mittelalters die Kontaktzone zwischen den skandinavischen Königreichen, dem fränkischen Reich und den baltischen bzw. slawischen Stammesgebieten. In dem während des frühen und hohen Mittelalters von Slawen besiedelten Gebiet zwischen der Wismar Bucht und der Danziger Bucht sind derzeit neun Seehan­dels­plätze nachgewiesen, deren Häfen zentrale Schnittstellen zwischen dem Land- und Wasser­transport darstellten. Die nähere Erforschung dieser Häfen ist das Ziel eines interdisziplinären Forschungsvorhabens des NIhK und des DAI, dass von der DFG im Rahmen des SPP 1630 „Häfen“ zur Förderung angenommen worden ist. Die Erforschung der paläogeographischen Voraussetzungen liegt in den Händen von Dr. Martina Karle; die archäologischen Unter­su­chungen werden von Dr. Sebastian Messal (DAI) durchgeführt. Dabei werden in erster Linie archäologische, geologische und geophysikalische Methoden eingesetzt, die in enger Kooperation mit dem Kieler Zentralprojekt Geophysik erfolgen. Begleitende vegetationsgeschichtliche und archäobotanische Untersuchungen werden von Dr. S. Wolters und Dr. F. Schlütz durchgeführt. Während der 1. Projektphase (2012-2015) galt es zunächst eine Evaluierung der vorhandenen Daten im Bereich der oben erwähnten Handelsplätze durchzuführen und durch vielfältige Prospektionsmaßnahmen zu verdichten. Darauf aufbauend konzentrieren sich die archäologischen Ausgrabungen in der gegenwärtig laufenden 2. Projektphase nur noch auf die Fundplätze Rostock-Dierkow, Ralswiek auf Rügen und Bardy-Świelubie bei Kolberg, während die geowisssenschaftlichen Untersuchungen auch im Bereich der Hafenstrukturen von Usedom, Groß Strömkendorf und Puck/Danzig fortgesetzt werden. Die Forschungen finden in enger Kooperation mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, Schwerin, dem Amt für Kultur- und Denkmalplfege der Stadt Rostock und dem polnischen Nationalmuseum Stettin sowie dem polnischen Nationalmuseum Danzig statt. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

    

 

Der Fundplatz Rostock Dierkow bildet in der 2. Projektphase einen Untersuchungsschwerpunkt. Hexakopter-Aufnahme der Grabung 2015 (Foto: Martina Karle, NIhK)

 

 

 

Literatur

Karle, M., Messal, S., Wolters, S. (2015): Early medieval emporia and their ports in the south-western Baltic Sea. Siedlungs- und Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet, 38: 239-255.

Messal, S., Karle, M., Jöns, H., Lüth, F.: Die frühmittelalterlichen Emporien im südwestlichen Ostseeraum und ihre Häfen. In: T. Schmidts, M. Vučetić (Hrsg.), Häfen im 1. Millenium A. D. - Bauliche Konzepte, herrschaftliche und religiöse Einflüsse. Interdisziplinäre Forschungen zu Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter 1 (Mainz im Druck).

Jöns, H., Messal, S. (2013): Neue Forschungen zur Struktur mittelalterlicher Hafenanlagen an der südlichen Ostseeküste. In: M. Bogucki u. M. Rębkowski (Hrsg.), Economies, Monetisation and Society in West Slavic Lands 800–1200 AD, Wolińskie Spotkania Mediewistyczne II (Szczecin 2013) 25-43.

 

 

 


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