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Der kaiser- bis völkerwanderungszeitliche Ufermarkt Elsfleth-Hogenkamp.

Bohrungen im Bereich der Grabungsflächen 2016 (Foto: NIhK)

 

Interdisziplinäre Prospektionsarbeiten zur Rekonstruktion der Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur sowie der landschaftlichen Veränderungen während des 1. Jt. n. Chr.

Der bislang nahezu ausschließlich durch Oberflächenfunde bekannte kaiser- und völkerwanderungszeitliche Fundplatz von Elsfleth-Hogenkamp nimmt in der nordwestdeutschen Siedlungsforschung eine besondere Stellung ein. Die jüngst publizierte Analyse dieses Materials belegt zum einen überregionale Austauschkontakte und zum anderen ein intensiv betriebenes Buntmetallhandwerk während der gesamten 1. Hälfte des 1. Jt. n. Chr. Wie die Bebauung dieser Siedlung aussah und wie sie strukturiert war, ist jedoch noch weitgehend unbekannt. Hier setzt das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Forschungsprojekt an, das mit Hilfe geophysikalischer und pedologischer Prospektionsmaß­nahmen in Verbindung mit archäologischen Sondagen und interdisziplinären Keramikanalysen klären will, wie die Befunderhaltung im Bereich des Fundplatzes ist und welche Aktivitäten sich in den Befunden und Funden widerspiegeln. Mit Hilfe metallurgischer Untersuchungen, die am Deutschen Bergbau-Museum Bochum durchgeführt werden, soll darüber hinaus untersucht werden, welche handwerklichen Tätigkeiten vor Ort ausgeübt wurden, wo die verarbeiteten Metalle hergekommen sind und was vor Ort hergestellt wurde. Durch die Einbeziehung des Fundmaterials und der Dokumentation der im Nahbereich gelegenen, gleichzeitigen Fundplätze soll darüber hinaus auch die Funktion des Platzes innerhalb des lokalen Siedlungsgefüges analysiert werden. Das Untersuchungsteam besteht aus Saryn Schlotfeldt (Archäologie), Andreas Folkers (Bodenkunde), Katrin Struckmeyer (Keramikanalysen) und Stephen Merkel (Archäometallurgie).
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Fibelspektrum von der Fundstelle Elsfleth 4. (Foto: NLD)

 

 

Literatur

Ulriksen, J., 1998: Anløbspladser. Besejling og bebyggelse i Danmark mellem 200 og 1100 e. Kr.. Roskilde.

Scheschkewitz, J. 2006: Elsfleth FStNr. 4, Gde. Stadt Elsfleth, Ldkr. Wesermarsch, Reg.Bez. W-E. Mehrperiodige Fundstellen. Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte Beih. 12. Fundchronik Niedersachsen 2005, 159-161, Nr. 202.

Scheschkewitz, J., 2006: Ein Zentrum an der Huntemündung. Archäologie in Niedersachsen 9, 2006, 104-107.

Mückenberger, K. 2009: Aspects of centrality in the region of the lower Hunte River in the Roman Iron Age. In: J. Müller u. a. (eds.), Socio-environmental dynamics over the last 12 000 years: The creation of landscapes. Universitätsforschungen zur Prähistorischen Archäologie (Bonn), im Druck.

Mückenberger, K., 2013: Elsfleth-Hogenkamp. Archäologische Funde des 1. Jahrtausend n. Chr. am Zusammenfluss von Hunte und Weser. Studien zur Landschafts- und Siedlungsforschung im südlichen Nordseegebiet. SLSN 4

    Elsfleth - Ufermarkt und LandschaftElsfleth-beach market and Landscape