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Die Keramikfunde von Flögeln-Eekhöltjen und Loxstedt-Littstücke, Ldkr. Cuxhaven

Völkerwanderungszeitliche Schulterschale von Loxstedt (Foto: R. Kiepe NIhK).

Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projektes: „Entwicklungsgeschichte einer Siedlungskammer im Elbe-Weser-Dreieck seit dem Neolithikum“ wurde vom NIhK im Bereich der Geestinsel Flögeln, Ldkr. Cuxhaven, durch eine 11 ha umfassende Ausgrabung auf der Flur „Eekhöltjen“ die Entwicklung einer dörflichen Siedlung vom 1. Jh. vor bis in das 6. Jh. nach Chr. dokumentiert. Außerdem wurde in Kooperation des NIhK mit der Archäologischen Denkmalpflege des Ldkr. Cuxhaven im 30 km südwestlich von Flögeln gelegenen Loxstedt im Zuge von Rettungsgrabungen ein frühgeschichtliches Siedlungsareal von 16,5 Hektar archäologisch untersucht. Die Bebauung beginnt hier zum gleichen Zeitpunkt wie in Flögeln, sie endet hier jedoch erst im 9. oder 10. Jh. Bei den Ausgrabungen wurden nicht nur die Reste zahlreicher Gebäude, Zäune, Brunnen und sonstiger Bebauungsspuren aufgedeckt, sondern es wurde auch ein umfangreiches Fundmaterial – überwiegend aus Keramik – geborgen. Die Analyse der Keramikfunde war von 2006 bis 2008 Gegenstand eines Projektes, das mit Mitteln des MWK des Landes Niedersachsen finanziert wurde. Der mit der Untersuchung betraute Bearbeiter D. Nösler beabsichtigt, die Ergebnisse des Projektes zu in seiner in Arbeit befindlichen Dissertation auszuwerten.

Das Hauptaugenmerk bei der Auswertung lag auf der Entwicklung der Keramik (Form, Verzierung und Machart). Dabei waren Fragen nach der Typologie, der Funktion und der Chronologie sowie der eingesetzten Technologie besonders dringlich. Im Rahmen des Projektes wurden deshalb auch naturwissen­schaftliche Analysen von ausgewählten Keramikproben in Zusammenarbeit mit dem Laboratory for Ceramic Research der Universität Lund durchgeführt, deren Ziel es war, mögliche Veränderungen in der Technologie bzw. der verwendeten Materialien festzustellen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit bildete die Diskussion über die spätvölkerwanderungszeitliche Sied­lungslücke. In Flögeln wurde ein Siedlungsabbruch anhand pollen­analytischer Untersuchungen be­stätigt. In Loxstedt hat es dagegen eine Kontinuität der Besiedlung vom 1. Jh. v. Chr. bis ins 9./10 Jh. gegeben. Die Analyse der Keramik des 6./7. Jh. aus Loxstedt bildete deshalb einen Schwerpunkt innerhalb des Projektes.

Die im Rahmen des Projekts erzielten Ergebnisse sind bislang nur in Vorberichten veröffentlicht worden.

  
  

 

Polierter Querschnitt einer völkerwanderungszeitlichen Randscherbe (Foto: R. Kiepe NIhK).

  

Literatur

Nösler, D., u. Stilborg, O., 2010: Shape and Ware. Notes on a progressing study of Iron Age and Early Medieval pottery from Flögeln-Eekhöltjen and Loxstedt-Littstücke in the Elbe-Weser-Triangle. In: B. Ramminger u. O. Stilborg (Hrsg.): Naturwissenschaftliche Analysen vor- und frühgeschichtlicher Keramik I. Methoden, Anwendungsbereiche, Auswertungsmöglichkeiten. Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie 176, 101–115. Bonn.

Nösler, D., u. Wolters, S., 2009: Kontinuität und Wandel – Zur Frage der spätvölkerwanderungszeitlichen Siedlungslücke im Elbe-Weser-Dreieck. In: O. Heinrich-Tamaska, N. Krohn u. S. Ristow (Hrsg.), Dunkle Jahrhunderte in Mitteleuropa? Tagungsbeiträge der Arbeitsgemeinschaft Spätantike und Frühmittelalter. 367–388. Hamburg.#

Nösler, D., 2013: Rhein-weser-germanische Keramik als Import im Elbe-Weser-Dreieck? In: G. Rasbach (Hrsg.), Westgermanische Bodenfunde. Akten des Kolloquiums anlässlich des 100. Geburtstags von Rafael von Uslar am 5. und 6. Dezember 2008. Kolloquien zur Vor- und Frühgeschichte 18 (Bonn 2013) 171-190.

    Flögeln / Loxstedt – KeramikfundeKeramik Flögeln und Loxstedt